Ocsha ist Ketschua-Sprache und heisst "Stroh". Pampa ist
Spanisch und heisst "Feld". Oxapampa heisst also zu Deutsch
"Strohfeld", auf Spanisch "Pajapampa". Die Bezeichnung
"Oxapampa" ist also eine Mischung aus Ketschua und Spanisch,
und scheinbar hat sich diese Mischung leichter eingebürgert.
Die Indígenas der Yanesha / Amuesha, die Yanesha / Amuesha
sprechen, wurden gleichzeitig nie gefragt, wie diese neue
Ortschaft, die 1891 - nach jahrhundertelangem,
"christlichen" Missionsterror durch "Franziskaner" -
gegründet wurde, heissen soll.
Reise von Lima nach
Oxapampa
Folgende Busfirmen fahren von Lima nach Oxapampa:
-- Lobato (Terminal: Avenida 28 de Julio 2101-2117, Distrikt
Victoria, Lima, T. 01-474 94 88, 23 24 67),
-- Busfirma "León de Huanuco"
-- Busfirma "Junín"
-- Busfirma "Transmar" (Terminal: Avenida 28 de Julio 1511,
Victoria, Lima, T. 01-433 74 40
Das Busbillet von Lima nach Oxapampa bei Lobato kostet je
nach Ausstattung des Busses 30 oder 40 Soles. Der Bus
verliert in Lima durch die Aufnahme von Passagieren an
weiteren Terminals im Distrikt Ate mindestens 1 1/2 bis 2
Stunden. Die Fahrt dauert insgesamt 12 Stunden.

Der Innenraum des Busses der Firma Lobato mit Logo
an der Sitzrückwand |

Der Bus der Firma Lobato auf der Fahrt von Lima
nach Oxapampa bei der Raststätte auf ca. 2500 m
Höhe
|
Das Busbillet von Lima nach Oxapampa von Lobato für 30 Soles
(2008), ein günstiger Bus.

Mein Busbillet von Lobato von Lima nach Oxapampa für 30
Soles am 9. Oktober 2008
Die Busse von Lima nach Oxapampa fahren am Tag (mit
Umsteigen in La Merced), jedoch häufiger in der Nacht
(direkt). Der Bus brauchte dabei allein, um aus Lima
herauszukommen, 1 1/2 Stunden, weil noch an anderen
Busterminals im Distrikt Ate Leute zusteigen mussten. Wie es
heute üblich ist, wurden wir auf der Busreise mit einer
aggressiven Filmunterhaltung terrorisiert. Es handelte sich
um einen Kriegsfilm über den Rückzug der Wehrmacht an der
Ostfront 1944. Im Film spielten also die Gringos mit ihren
blonden Haaren und blauen Augen Krieg, während im Bus alles
bis auf einen Peruaner sassen, und der eine war ein
Pazifist, Schriftsteller und Logik-Analytiker, ich. Im Film
dagegen führten uns die Gringos Krieg, Zerstörung, Tote,
Vergewaltigung und viel Kriegsgeballere vor. Der Film war
alles andere als peruanisch, sondern kriminell und
kriegerisch, und die Kinder bekamen Angst. Das war KEINE
Unterhaltung.
Die sanitären Verhältnisse der Raststätten in der Sierra auf
dem Weg können dabei regelrecht "auf der Strecke bleiben",
wie z.B. die Fotos der sanitären Anlagen der Raststätte auf
ca. 2500 m zeigen.

WC-Hüsli bei der Raststätte ohne Dach |

Steh-WC im WC-Hüsli der Raststätte ohne Spülung
|

WC-Hüsli der Raststätte mit WC-Schüssel ohne
Spülung |
Im Raum nebenan waren Wasserfässer mit Kessel, die aber
scheinbar nicht benutzt wurden... Aber keine Angst: In
Oxapampa herrschen viel bessere hygienische Verhältnisse.

Hostal Arias in Oxapampa, Dusche "Terma" mit
einigermassen sicher montierter Stromverkabelung
|
|

Hostal Arias, Stromschalter Dusche "Terma"
ausserhalb der Dusche |
|
Hostal Arias,
sauberes, funktionierendes Bad mit Spiegel und
sogar sauber gestrichenen Wänden mit sauberer
Abgrenzung zu den Kacheln (scheinbar wurde
Klebeband benutzt)
|
Am Anfang des Urwalds fuhr der Bus in eine Baustelle und kam
schliesslich vor einem Fluss zum Stehen. Der Bus musste
umkehren und die Brücke suchen. Es ist absolut unklar, wieso
der Buschauffeur in eine Baustelle gefahren war. Im Urwald
auf den neu asphaltierten Strassen raste der Buschauffeur
wie ein Wildschwein durch die Kurven. Der Lobato-Bus neigte
sich bis an seine Grenzen wie bei einem Autorennen. Der Bus
raste durch Ortschaften mit 70-80 km/h. Nach La Merced gibt
es eine Strecke, die noch Naturstrasse ist, das war dann wie
in einem Schüttelbecher. Dann war die Strasse wieder
asphaltiert und der Buschauffeur raste wieder wie ein
Wildschwein durch die Kurven und durch die Dörfer wie zuvor,
vor allem raste der Bus nun viel auf der Gegenspur, obwohl
eine doppelte Sicherheitslinie in der Mitte der Strasse
gezeichnet war. Der Bus neigte sich nun wie auf einer Chilbi
hin und her, ein Rucksack flog vom Gepäckfach auf den Boden
herunter, ich sah eine Person aus dem Fenster kotzen etc.
Der Lobato-Buschauffeur raste wie bei einem Autorennen. Ich
war auch nah am Kotzen, aber gottlob hatte ich vor der Reise
und während der Reise kaum etwas gegessen, so kam es nicht
dazu. Um 5:30 erreichten wir Oxapampa, eine halbe Stunde zu
früh. Gemäss Angaben der Bevölkerung sind die Buschauffeure
von Lobato immer so "sportlich". Es ist hochkriminell. Die
Buschauffeure der Firma "Junín" fahen angeblich sehr viel
disziplinierter.
Weiter gibt es die Möglichkeit, in Fahrgemeinschaften
("Colectivos") von Lima nach Oxapampa zu fahren. Diese Autos
für Fahrgemeinschaften in den zentralen Urwald mit Chauffeur
(auch nach Tingo Maria oder nach Huancayo in der zentralen
Sierra) starten vom grossen Lima-Terminal der Busfirma "La
Molina" an der Avenida N. Ayllon im Distrikt San Luis.

Der Terminal der Busfirma "La Molina" an der Avenida N.
Ayllon im Distrikt San Luis in Lima
mit dem Standort der Colectivos vor der Fassade des
Terminals
Die Reise mit den Colectivos nach Oxapampa erfolgt in
mehreren Schritten zuerst bis Tarma (z.B. 40 Soles), dann
von Tarma nach La Merced (z.B. 15 Soles), und schliesslich
von La Merced bis Oxapampa (z.B. 17 Soles), oder in
umgekehrter Richtung. Das Umsteigen von Colectivo zu
Colectivo geht jeweils blitzschnell, denn die
Colectivos-Chauffeure kennen sich und passen einander ab.
Insgesamt kostet die schnelle Fahrt im Colectivo von Lima
nach Oxapampa 70 bis 80 Soles, also der doppelte Preis wie
der Bus, aber viel bequemer, entspannter, und man braucht
nur die halbe Fahrzeit (ca. 6 Stunden, der Bus braucht 12
Stunden). Die Fahrweise der Colectivo-Chauffeure ist z.T.
sehr unkonventionell. Wenn die Strassen nicht asphaltiert
sind, fährt man um die Löcher herum, und wenn es sich
ergibt, wird auch schon mal auf "Englisch" im Linksverkehr
gekreuzt. Die Löcher bestimmen also die Fahrspur.
Die Fahrt geht von Lima die Berge hoch über die
Sierra-Minenstädte Morococha und La Oroya nach Tarma, dann
ins Urwaldbecken hinunter nach La Merced und weiter bis zur
Reiter-Brücke (Ortschaft "Puente Reiter") auf ca. 500 m über
Meer, von dort aus aufwärts zur Paucartambo-Brücke
(Ortschaft "Puente Paucartambo", die Brücke liegt auf ca.
750, die Ortschaft auf ca. 800 m über Meer), bis zum
Scheitel auf 1861 m über Meer und von dort in die Senke von
Oxapampa.
Karte mit der
Strecke von La Merced zur Reiter-Brücke,
Paucartambo-Brücke und über den Scheitel bis
Oxapampa
|
Die Strecke ist also alles andere als flach. Bei der Ankunft
in Oxapampa halten die Busse zuerst am allgemeinen Terminal
("Terminal terrestre") im Süden des Orts auf ca. 1835 m über
Meer,

"Terminal terrestre" ("Bodenverkehrs-Terminal")
von Oxapampa, Eingangstor
|

"Terminal terrestre" ("Bodenverkehrs-Terminal")
von Oxapampa, Wartehaus
|

"Terminal terrestre" ("Bodenverkehrs-Terminal")
von Oxapampa, Eingang und Wartehaus, Panoramafoto
|
und fahren sodann ins Zentrum zu ihren Büros. Das Büro der
Busfirma Lobato ist direkt im Zentrum von Oxapampa auf 1815
m über Meer an der Ecke Jirón Bolívar / Jirón Bolognesi
gelegen.

Das Büro der Busfirma Lobato von Oxapampa an der Ecke
Jirón Bolívar / Jirón Bolognesi.
Das Büro von Lobato dient auch als Poststation für die
Indígenas von Tsachopen.
Hostals in Oxapampa
Hausnummern gibt es in Oxapampa nicht, sondern es werden nur
die Blocks (cuadras) bezeichnet. Mögliche Hostals sind z.B.
-- Hostal Arias am Jirón Bolognesi im Ortszentrum
-- Hospedaje Primavera am Jirón Schauz nahe am Ortszentrum
-- Hostal Rey am Jirón Grau nahe der grossen
Durchgangsstrasse Avenida San Martín (ohne Regen staubig)
-- Hostal Reyna am Jirón Grau nahe der grossen
Durchgangsstrasse Avenida San Martín (ohne Regen staubig)
-- Posada Edelweis im Quartier Miraflores, geführt von Sra.
Teresa Wallman
-- Hospedaje Santa Isolina an der Plaza Central am Jirón
Bolognesi (z.T. mit Gemeinschafts-WC und
Gemeinschafts-Dusche, billig für 8 Soles pro Nacht), im
selben Haus ist auch ein kleines Büro von Western Union
etc.
Eine Touristeninformation ist im Gemeindehaus an der Plaza
Central am Jirón Grau. Eine private Touristeninformation
existiert am Jirón Mayer, cuadra 7 ("Informaciones
Turisticos Jorje"), auch gut bei Wohnungssuche. Einen
Stadtplan mit den touristischen Informationen sucht man
jedoch vergeblich. Man muss sich alles selber zusammensuchen
und in den Stadtplan eintragen.

Stadtplan von Oxapampa mit Eintragungen von
Michael Palomino
|
Die Stimmung zwischen
Aufbruch und Letargie
Die Stimmung in Oxapampa scheint ein Gemisch aus Aufbruch
und Letargie. Der Aufbruch der letzten 8 Jahre erscheint
-- durch die grösstenteils Asphaltierung der Strasse von
Oxapampa nach La Merced
-- durch der Bau der Strasse vom Nachbarort Pozuzo nach Codo
de Pozuzo
-- durch die komplette Zementierung der Strassen und
Trottoirs im Zentrum
-- durch den Zustrom von Geld aus anderen Regionen und neue
Hausbauten.

Jirón Bolívar, Strassenbild mit in rohem Zement
gegossenen Strassen und Trottoirs |

Jirón Bolognesi von der Villar-Brücke
(Puente Villar) aus gesehen, mit Regenbogen |
Der erste Eindruck vom Zentrum von Oxapampa ist ein sauberer
Ort mit betonierten Strassen im Stadtzentrum, kaum
streunende Hunde, keine Hundekonzerte in der Nacht wie in
Ayacucho, und im Vergleich zu Lima sehr disziplinierte
Menschen, und Kriminalität gibt es gemäss Angaben der
Bevölkerung so gut wie nicht.
Die Farben der Häuser sind oft in auffallend sanften
Pastellfarben gehalten.

Avenida San Martín, Haus in Pastell-Hellblau
Gleichzeitig steht im Stadtzentrum ein leeres Kino, das
keine Zuschauer mehr findet, weil viele einen DVD-Recorder
haben. Für das leere Kino findet zur Zeit niemand
Verwendung. Dieses leere Kino ist gleichzeitig der einzige
hässliche, graue Betonklotz des gesamten Orts.

Jirón Grau mit Gemeindehaus, Kirche und Regenbogen
01, links die Seitenfassade des leeren
Kinogebäudes. |

Jirón Bolívar am Zentralplatz mit Park, mit dem
raumschiffartigen Bau des Ex-Kino rechts hinter
dem Bogendach |
Der "Aufbruch" hat leider auch mehr Verkehr zur Folge, vor
allem durch Motorräder.
Weitere Faktoren für die
Stimmung in Oxapampa
Die grösstenteils asphaltierte Strasse von Oxapampa nach La
Merced ist für die Bevölkerung ein grosser Gewinn an Zeit
und Fahrkomfort. So bleibt nur noch eine relativ kurze,
gefährliche Strecke wie ein "Schüttelbecher".
Seit wenigen Jahren wurde eine Feldwegstrasse nach Codo de
Pozuzo gebaut. Diese Strasse ist für die gesamte Region ein
Unsicherheitsfaktor, weil in Codo bis vor Kurzem nur
deutschstämmige Bauern ohne grosse Kriminalität gelebt
haben. Durch die neue Strasse gelangen aber gewisse Kreise
der Sierra nach Codo, die sich mit Drogenanbau ihr Vermögen
verdienen wollen. Sie fördern Drogenanbau, verbunden mit
schlimmster Kriminalität, weil in Codo bis heute
Polizeistation und Sozialinstitutionen fehlen. Die Region
wartet auf Massnahmen von Staates Seite zur Regulierung der
Energien in Codo.

Karte mit Oxapampa, Pozuzo und Codo de Pozuzo, mit
Nationalparkgrenzen und Indigena-Dörfern, ergänzt
von Michael Palomino in Zusammenarbeit mit Yanesha
/ Amuesha-Vertretern; die Grenzen des
Nationalparks: wiki.sumaqperu.com
|
In Oxapampa leben gleichzeitig viele peruanische Flüchtlinge
aus der Bürgerkriegszeit der 1980-er Jahre, die gemäss
Angaben einer ansässigen Psychologin die traumatischen
Erlebnisse der Bürgerkriegszeit (u.a. Luminoso) noch nicht
verarbeitet haben. Schwere Depressionen sind deswegen in
Oxapampa nicht selten anzutreffen, und durch die Überwindung
solcher Schwierigkeiten werden in der Bevölkerung wiederum
neue geistige Dimensionen entwickelt.
Insgesamt herrscht in Oxapampa unter den Mestizen und
Weissen also ein Frieden und eine Sehnsucht nach Frieden,
die aber durch die Strassenerschliessungen (viele
Motorräder) und durch die Drogendealer in Codo de Pozuzo
gefährdet ist, in Kombination mit immer mehr degenerierten
Mörder-Computerspielen und immer mehr Motorrädern der
Gringo-"Zivilisation".
Stimmung: Oxapampa -
Monconma
Die Stimmung in Oxapampa gegenüber den Indígenas (Yaneshas /
Amueshas) ist geprägt durch ein passives Unverständnis für
die indigene Bevölkerung. Die Indígenas sind inzwischen
äusserlich zum Teil auch derart angepasst, dass man sie
praktisch nicht erkennt.

Francisco Espíritu mit Bastkrone, Medizinmann der Yanesha
/ Amuesha-Indígenas aus dem Nachbardorf
Tsachopen, mit der Mythologie der Yanesha / Amuesha ist im
Hintergrund
Dabei kamen die ersten "christlich"-rassistischen
Jesus-Missionare der so genannten "Franziskaner" bereits im
17. Jahrhundert und begannen, die Welt der Indígenas zu
terrorisieren und anzugreifen. Die Bevölkerung des
Indígena-Dorfs der Yanesha / Amuesha, "Monconma" (span.:
pampa carrizo, deutsch: Röhrichtebene, Binsenebene), mit ca.
40 bis 50 Einwohnern - das vor der Zeit vor Oxapampa stand -
wurde der Zwangsmission mit "Evangelisation" und
"Jesus"-Kult ausgesetzt, so dass die Yaneshas / Amueshas von
alleine auszogen und in den Nachbarort Tsachopen
übersiedelten. Ein Padre, der den Yaneshas / Amueshas
wohlgesinnt war, wurde von spanischen Kolonialregierung
wieder zurück nach Spanien beordert, mit der Begründung, er
habe in seiner Arbeit versagt bzw. er sei nicht rassistisch
genug vorgegangen.
So wurden die Voraussetzungen für die "Gründung" des
deutsch-österreichischen Gringo-Orts "Oxapampa" geschaffen,
im Jahre 1891. Bei der Gründung von Oxapampa wurde die leere
Indígena-Siedlung "Monconma" vernichtet. Der umliegende
Urwald wurde gerodet und so der "christliche"
Kolonialisten-Ort Oxapampa immer weiter mit seinen
langweiligen Quadraten angelegt, die zum Teil bis heute Feld
und Wiese sind. Der Zustrom von weiss-rassistischen
Kolonialisten und Mestizen hielt an. Die Indígenas
bezeichnen eine Fahrt nach Oxapampa bis heute als "Wir gehen
in die Kolonie" ("Vamos a la colonia").
Für die Weissen und Mestizen ist die Sprache der Yanesha /
Amuesha unverständlich. Sprachkurse gibt es nicht,
zweisprachige Schilder gibt es nicht, eine Karte der
Yanesha-Siedlungen gibt es nicht. Yanesha-Namen in
Strassenbezeichnungen kommen nicht vor, sondern es
dominieren deutsche und spanische Namen in den
Strassenbezeichnungen. Die Mythologie der Yanesha kommt in
der staatlichen "christlich" dominierten Schule im Schulbuch
nicht vor bzw. die geistliche Welt der Yanesha ist den
Weissen und Mestizen komplett unbekannt. Stattdessen
dominiert im "christlichen" Colegio der "Sport" des
Gewinnens und Verlierens.

Jirón Mullembruck, die Sekundarschule "Secundaria" ohne
jeglichen Lehrstoff über die Mythologie der Indígenas der
Yanesha / Amuesha
Es gäbe also auch hier viele Entwicklungsmöglichkeiten für
einen geistigen Aufbruch und für die Förderung des
gegenseitigen Verständnisses. Eigentlich wäre der Zeitpunkt
gekommen, die Zweisprachigkeit der Stadt zu erkennen und
eine entsprechende Universität zu gründen.
Park und Denkmal
Also, eigentlich liegt Oxapampa innerhalb eines riesigen
Parks, nämlich dem Urwald mit vielen Hügeln, die immer
frische Luft garantieren.

Das Panorama der Berge gegen Norden im
Sonnenschein, ein einziger riesiger Park, vom
Hostal Arias aus gesehen |

Der Río Chontabamba, Sicht vom Markt aus
flussaufwärts in den Urwald-Park |

Der Río Chontabamba, Sicht vom Markt aus
flussabwärts in den Urwald-Park |
Der Stadtpark ist einfach, aber harmonisch gestaltet.

Park mit Kirche vom Jirón Mariscal Castilla aus
gesehen
|

Die grosse Kiefer im Park am Jirón Bolognesi |
Die Menschen in Oxapampa haben es sich abgewöhnt, den
Zentralplatz als "Waffenplatz" ("plaza de armas") zu
bezeichnen. Sie bezeichnen den Platz einfach als "der Park"
("el parque"). Im Park ist bis heute kein Brunnen, sondern
nur ein Denkmal angebracht, das den Kolonialisten und den
Yanesha / Amuesha gedenkt.
Das Gemeindehaus liegt gleich neben dem Park.

Park, Sicht auf das Gemeindehaus
Nackte und trostlose Betonbauten wie in Europa gibt es in
Oxapampa nicht, ausser das leere Kino.
Notizen: Mülltrennung
In Oxapampa wird die Mülltrennung versucht. Es sind
Mülleimer für organische und anorganische Abfälle
angebracht.
xxxx
|

Jirón Bolívar, Mülltrennung ohne Symbolik |
xxxx
|

Jirón Bolívar, Mülltrennung ohne Symbolik,
Nahaufnahme von "orgánico" (organisch) und
"inorgánico" (anorganisch)
|
Diese Mülltrennung wird zum Teil auch in Dörfern der
Indígenas versucht, z.B. in Tsachopen, oder in der Sierra in
Ayacucho. Wenn man aber kontrolliert, ob die Menschen den
Abfall auch tatsächlich sortieren, stellt man fest, dass
dies eher nicht der Fall ist. Scheinbar sind die Begriffe
"organisch" und "anorganisch" für die allgemeine Bevölkerung
eine Überforderung. Es fehlen Symbole, bzw. die
anorganischen Abfälle sollten in Geschäften kontrolliert
abgegeben werden.
Weitere Notizen
-- das Leitungswasser ist direkt aus sauberen Urwaldflüssen.
Das Wasser ist sauber wie in Mitteleuropa und sehr
bekömmlich
-- auch in Oxapampa kommt es vor, dass gewisse Kapitalisten
gegenüber Menschen aus Europa ("Gringos") den Kaufpreis im
letzten Moment von Soles auf Dollar umschalten und somit im
letzten Moment den Kaufpreis verdreifachen wollen, was
natürlich absolut abzulehnen ist: In solchen Fällen geht man
einfach in ein anderes Geschäft
-- als Regenschutz dient oft eine einfache Plastikplane,
Geld für eine Regenjacke fehlt, und nur selten hat jemand
einen Regenschirm
-- in Oxapampa existieren noch einige Eisdielenstände /
Glacestände, die mit Benzinmotor betrieben sind. Das
dauernde Motorgeräusch ist anfangs sehr störend, mit der
Zeit aber gewöhnt man sich daran, dieses Motorgeräusch zu
hören mit mit Eis bzw. Glace zu assoziieren.

Glacestand mit Motor, wahrscheinlich noch aus den 1940-er
Jahren
Notizen: Fehlende,
nützliche Maschinen in Oxapampa
-- die Fotostudios in Oxapampa haben moderne
Fotoentwicklungsmaschinen, aber keine Farbkopiermaschinen,
eine empfindliche Einschränkung der
Publikationsmöglichkeiten
-- ebenso fehlen Plastifiziermaschinen, wiederum eine
empfindliche Einschränkung der Publikationsmöglichkeiten. So
kann man z.B. in Oxapampa keine Karte regensicher
plastifiziert verschweissen
Strassen und Verkehr in
Oxapampa
Ausserhalb des Ortszentrums sind keine Strassen asphaltiert
oder zementiert. Die Strassen sind alles Erdstrassen mit
Steinen drin. Wenn kein Regen fällt, so sind die Strassen
alle staubig, und die Luft von Oxapampa ist dann voll mit
Erdstaub.
In Oxapampa zirkulieren viele Velos, Motorräder und
Mototaxis, nur wenige Autos, und somit gibt es auch kaum
eine Alarmanlage, die die Atmosphäre kaputtmacht.
Alarmanlagen-Terror gibt es in Oxapampa nicht. Die Fahrräder
werden unabgeschlossen am Fahrbahnrand abgestellt, wenn die
Leute sich nicht weit vom Velo entfernen.

Der Veloständer am Markt. In ganz Lima habe ich nie einen
Veloständer gesehen, hier in Oxapampa schon
Die Anzahl Motorräder / Töffs nimmt in Oxapampa seit der
Zementierung der Innenstadtstrassen in den Jahren 2002 /
2003 rasant zu, denn jeder ab 16 Jahren darf ohne jegliche
Prüfung Motorrad fahren, und z.T. fahren ganze Familien zu
viert auf einem Motorrad, oder zu dritt mit einem
Gepäckstück auf dem Schoss der lenkenden Person. Allgemein
fahren die Motorräder sehr vorsichtig und halten die 35 km/h
innerorts sehr diszipliniert ein, aber leider kommen auch
Rasereien von "abgedrehten" Leuten vor. Mit ihren vielen
Motorrädern zu nimmt die Arroganz zu, und es entwickeln sich
dann Lebenseinstellungen analog der "Zivilisation", die
komplett gegen die Natur gerichtet sind, mit vermehrtem
Wegwerfen von Abfall am Strassenrand, mit Besäufnissen etc.
Die Überlandstrassen sind z.T. dadurch gefährdet, dass
Stützmauern fehlen und Hänge nicht gesichert sind.
Steinschlag und Erdrutsche sind also immer möglich und sind
im Winter während der starken Regenzeit Alltag.
Verbindungen in der Region
Oxapampa
Combis: Combis fahren vom Ortszentrum aus (z.B. nach Pozuzo)
oder von der grossen Avenida San Martín aus (nach Pozuzo,
z.B. bei der Firma "Santa Rosa" jeweils um 6, 9:30, 13 und
15 Uhr, 3 Stunden Fahrt, 15 Soles), von der Villa-Brücke aus
(nach Chontabamba, nach Tsachopen um 8, 12, 15 und 18 Uhr,
1,50 Soles), oder vom "Terminal terrestre" vom Südteil aus
(nach La Merced, jeweils, wenn ein Combi voll besetzt ist,
10 Soles).

Die Villar-Brücke (Puente Villar) über den Río Chontabamba
mit einem wartenden Combi davor
Sammeltaxis ("colectivos"):
Vom Ortszentrum aus fahren Sammeltaxis praktisch stündlich
nach Chontabamba. Diese Sammeltaxis fahren hupend durchs
Stadtzentrum, um auf sich aufmerksam zu machen und um so
Kunden zu "fangen". Ein Sammeltaxi fährt, wenn es voll ist.
Einen zentralen Sammeltaxi-Stand gibt es bis heute scheinbar
nicht, wäre mit einfachen Tafeln aber sehr wohl realisierbar
und wäre ausserdem sehr angenehm, denn so würden die Kunden
zum Sammeltaxi-Stand laufen und viel Huperei im Ortszentrum
könnte erspart bleiben.
Vom "Terminal terrestre" fahren Colectivos nach Villa Rica
und nach La Merced (17 Soles), jeweils, wenn ein Colectivo
voll ist.
Hausbau in Oxapampa
Oxapampa erscheint im Jahre 2008 auf den ersten Blick wie
ein kleines Städtchen des "Wilden Westens", aber ohne
Cowboys. Die alten Holzhäuser - oft mit einer Veranda - sind
die Kolonialhäuser der rassistisch-"christlichen"
Kolonialisten im Stil der europäischen Alpen. Die Veranden
und Erker bewirken, dass man sich auch bei Regen fortbewegen
kann, ohne zu sehr nass zu werden.

Ein Verandahaus mit offener Veranda der
"christlichen" Gründerzeit in Pastellgrün am Jiron
Bolognesi.
|

Jirón Bolognesi, Erkerhaus in Pastellbeige |
Das Zentrum ist in groben, breiten Zementstrassen und groben
Zementtrottoirs gelegt.