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Santiago de Chile · Botanischer Garten Mapulemu

Mapulemu Teil 4: Nord- bis Süd-Chile

Modernisierte Präsentation der historischen Fotoreportage mit Pflanzen aus verschiedenen chilenischen Vegetationszonen – darunter Tara-Baum, Pata de guanaco, Chupalla, Chagual, Algarrobo, Doca, Pelú, Mayo, Maqui, Tabaco del diablo, Palqui, Quebracho, Litre, Retamilla und Crucero.

Fotoreportage Michael Palomino
2011 · Fotos vom Februar 2010
Hinweis Die ursprüngliche Archivseite wurde in eine klare, responsive und werbefreie Fassung überführt.
Navigationspfad Santiago 2010 → Botanischer Garten → Mapulemu → Teil 4
Retamilla ephedra, Nahaufnahme

Überblick

Die historische Seite beschreibt die nördliche Zone des Gartens, weist aber selbst darauf hin, dass dort nicht nur Arten aus Nord-Chile stehen. Deshalb folgt diese Neufassung dem tatsächlichen Rundgang: Pflanzenporträts, erklärende Tafeln und Landschaftseindrücke in einer geordneten Struktur.

Trockenheitsanpassung

Viele Arten sind an regenarme Zonen, sonnige Hänge, Küstengebirge und winterliche Niederschläge angepasst.

Botanische Vielfalt

Vom dornigen Strauch bis zum Zierbaum reicht das Spektrum der dokumentierten Pflanzen.

Ethnobotanik

Mehrere Abschnitte erfassen Holzverwendung, Naturheilkunde, Färbemittel, Essbarkeit und lokale Namen.

Didaktische Tafeln

Große Informationstafeln erklären Vegetationszonen Nord-Chiles und das Ökosystem Wald.

Pflanzenporträts

Die wichtigsten Stationen des Rundgangs in moderner Form. Die Texte wurden aus dem Archivmaterial bereinigt, gegliedert und sprachlich behutsam gestrafft, ohne den dokumentarischen Charakter aufzugeben.

Tara-Baum

Caesalpinia spinosa
Nordchile · Peru · trockene Zonen

Der Tara-Baum ist ein kleiner, dorniger, immergrüner Baum oder Strauch, ursprünglich aus Peru, der sich in weiten Teilen des westlichen Südamerika verbreitet hat. In Chile wird sein Vorkommen vor allem für die nördlichen Regionen beschrieben.

Er wächst von Meereshöhe bis etwa 3000 m, kommt mit armen, sandigen oder steinigen Böden zurecht und benötigt nur wenig Niederschlag. Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit eignet er sich auch zur Aufforstung trockener Landschaften.

Industriell ist Tara vor allem wegen seines hohen Gehalts an Tanninen und Farbstoffen bedeutsam. Das Tara-Gummi wird als Verdickungs- und Stabilisierungsstoff genutzt; Rinde, Samen, Wurzeln und Holz besitzen weitere wirtschaftliche Anwendungen.

  • Blüte im südamerikanischen Frühling
  • Frucht: rötliche Schote mit harten, braunen Samen
  • Verwendung: Gerbstoffe, Farbstoffe, Lebensmittelzusatz, Bau- und Brennholz
  • Volksmedizin: Blütenwasser und Absud bei Hals-, Wund- und Magenbeschwerden

Pata de guanaco

Cistanthe grandiflora
Blühende Wüste · Küste · Sonnenhänge

Die Guanacopfote ist eine immergrüne Pflanze mit auffälligen purpurfarbenen Blüten. Sie wächst in trockenen Zonen, auf freien Flächen, an Sonnenhängen und an der Küste auch zwischen Steinen.

Sie bevorzugt volle Sonne, verträgt kurze Morgenfröste bis etwa −5 °C, jedoch keinen Schnee. In Gärten gedeiht sie auch im Halbschatten, wenn der Boden gut entwässert ist.

Besonders bekannt ist die Art durch das Phänomen der blühenden Wüste: Nach seltenen Regenfällen in der Atacama kann die Landschaft von dieser Blume großflächig überzogen werden.

Chupalla

Eryngium paniculatum
dornig · robust · Weideland

Chupalla ist eine äußerst widerstandsfähige, dornige Krautpflanze. Sie kann starkem Frost, Feuer und wiederholtem Austrieb standhalten und wird auf Weiden häufig als Problemunkraut betrachtet.

Die Pflanze verbreitet sich sowohl über Samen als auch über ihr ausgedehntes Wurzelsystem. Ihre feinen Blättchen und Wurzeln sind essbar; getrocknet wird sie außerdem als Schmuckmaterial genutzt.

In der traditionellen Naturheilkunde werden ihr harntreibende und wundheilende Eigenschaften zugeschrieben.

Chagual

Puya chilensis
Rosette · Kandelaberblüte · Vogelbestäubung

Der Chagual ist eine langsam wachsende, stachelige Rosettenpflanze aus Zentralchile. Er gedeiht in trockenen Küsten- und Vorandenzonen auf lockeren Böden und bildet erst nach vielen Jahren seinen eindrucksvollen blütentragenden Schaft aus.

Die grünlichen Blüten stehen wie ein Kandelaber und werden von Kolibris und anderen Vögeln bestäubt. Nach der Samenbildung stirbt die Mutterpflanze allmählich ab.

Die Blätter liefern Fasern; zugleich sind die Stacheln so scharf, dass kleine Tiere sich darin verfangen können. In Haushalten mit kleinen Kindern ist die Art daher problematisch.

Algarrobo chileno

Prosopis chilensis
Hartes Holz · Trockenräume · Aufforstung

Der chilenische Johannisbrotbaum ist ein schnell wachsender Baum trockener Landschaften. Er kommt mit wenig Wasser aus, verträgt salzige und alkalische Böden und ist besonders für Dürregebiete geeignet.

Sein Holz ist sehr dicht, dauerhaft und fäulnisresistent. Es wurde und wird für Türen, Parkett, Außenteile, Weinfässer und andere robuste Anwendungen geschätzt.

Auch die Früchte sind bemerkenswert: Die schotenartigen Früchte enthalten zuckerreiches Fruchtfleisch, das traditionell genutzt wurde. Für die Landschaftspflege eignet sich der Baum als Zier- und Aufforstungsart.

Doca

Carpobrotus aequilaterus
Küste · Hangsicherung · feuerhemmend

Doca ist eine immergrüne, sonnenliebende Küstenpflanze für mildes Klima. Sie wächst auf sandigen, lehmigen, armen und sogar salzhaltigen Böden, sofern genügend winterliche Feuchtigkeit vorhanden ist.

Die Art eignet sich hervorragend zur Stabilisierung von Böden und Hängen, insbesondere im Küstenraum. Zudem wird ihr eine feuerhemmende Wirkung zugeschrieben, weshalb sie auch als Feuerbarriere verwendet werden kann.

Charakteristisch ist, dass sich ihre Blüten erst am Nachmittag öffnen.

Pelú

Sophora microphylla / Sophora cassioides
Schnurbaum · gelbes Holz · feuchte Standorte

Der Pelú, auch Petrillo genannt, ist ein Baum des südlichen Chile, der schattige, feuchte Standorte in Flussnähe oder in begleitenden Waldgesellschaften bevorzugt. Er fällt durch seine gelben Blüten und sein widerstandsfähiges, gelb getöntes Holz auf.

Das Holz war traditionell für Werkzeuggriffe, Wagenspeichen und Achsen wertvoll. Als Bau- oder Brennholz spielte es dagegen kaum eine Rolle.

Mayo / Mayú

Sophora macrocarpa
Halbschatten · tiefgelbe Blüten

Der Mayo ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum mit tiefgelben Blüten in Büscheln. Er wächst in Zentralchile an Küste, Küstengebirge und Andentälern, bevorzugt aber gefiltertes Licht unter höheren Gehölzen.

Die Art liebt feuchte bis mäßig feuchte Standorte und ist frosthart. Ihre dekorative Blüte macht sie zugleich zu einer markanten Gartenpflanze.

Maqui

Aristotelia chilensis
Chile-Weinbeere · Nahrung · Heilpflanze

Die Chile-Weinbeere, bekannt als Maqui, ist eine Pionierpflanze des mittleren und südlichen Chile. Sie kommt in verschiedenen Waldtypen vor und wird wegen ihrer dunkelblauen bis schwarzen Beeren geschätzt.

Die Beeren sind essbar und dienen zur Herstellung von Säften, Marmeladen, Getränken und traditionell auch von Chicha. Ihre Farb- und Inhaltsstoffe machten sie zudem für die Färbung von Wein interessant.

In der Volksmedizin werden Blätter und Beeren unter anderem bei Verbrennungen, Halsentzündungen, Durchfall, Schmerzen und Fieber verwendet.

Tabaco del diablo

Lobelia excelsa
giftig · Heilpflanze · rote Blüten

Der sogenannte Teufelstabak, in Chile auch Tupa oder Trupa genannt, ist eine giftige, zugleich medizinisch genutzte Pflanze trockener und sonniger Standorte. Sie kann krautig bleiben oder zu einem strauchartigen Wuchs übergehen.

Der Milchsaft aus Keimen und Wurzeln wurde traditionell sehr vorsichtig gegen Zahnschmerzen eingesetzt; außerdem fand er in der Tierheilkunde Verwendung.

Palqui

Cestrum palqui
Hammerstrauch · Sonne · Heilpflanze

Der immergrüne Hammerstrauch braucht gut durchlässigen Humusboden und sonnige Standorte. Er wächst in verschiedenen Klimaräumen Zentralchiles, von regenreich bis mäßig trocken, sofern winterliche Niederschläge vorhanden sind.

Seine cremeweißen bis gelblichen, trompetenförmigen Blüten sowie seine leichte Kultivierbarkeit machen ihn zu einer interessanten Gartenpflanze. Auch ihm werden heilpflanzliche Eigenschaften zugeschrieben.

Quebracho

Senna candolleana
gelbe Blüten · trockene Täler · Gartenbau

Der Quebracho dieser Seite ist ein Golden-Senna-Strauch aus trockenen Ebenen und Hängen Zentralchiles. Er bevorzugt sonnige, frostfreie und regenarme Standorte.

Seine auffälligen gelben Blüten und schotenartigen Früchte machen ihn zu einer attraktiven Zierpflanze für trockene Gärten.

Litre

Lithraea chilensis / Lithraea caustica
hartes Holz · hochallergen · Mapuche-Traditionen

Der Litre-Baum wächst in Zentralchile auf kargen Böden, in Schluchten und Waldgesellschaften verschiedenster Art. Sein Holz ist hart und wurde unter anderem im Schiff- und Wagenbau eingesetzt.

Berüchtigt ist die Art wegen ihres urushiolhaltigen Harzes, das starke allergische Hautreaktionen bis hin zu schweren Schocks auslösen kann. Im ländlichen Volksglauben existieren verschiedene, teils derbe Rituale, um die Reaktion zu vermeiden.

Die Früchte dienten den Mapuche zur Herstellung eines Getränks namens muchi oder müchü.

Retamilla

Retamilla ephedra
blattloser Strauch · Heilpflanze

Retamilla ist ein bis zu drei Meter hoher, nahezu blattloser Strauch mit langen, gerillten und leicht stechenden Zweigen. Er wächst in geschützten Tälern des Küstengebirges und der inneren Anden Zentralchiles.

Die Pflanze verträgt Fröste, leichte Schneebedeckung und kommt mit saisonal trockenen Standorten gut zurecht. Ihre Wurzeln wurden in der Volksmedizin unter anderem bei Prellungen, Knochenverletzungen und Beschwerden der Harnwege verwendet.

Crucero

Colletia spinosa
dornig · steinige Böden · Heilpflanze

Der Crucero ist ein stark bewehrter Strauch trockener und steiniger Standorte in Chile und Argentinien. Er wächst in mittleren Höhenlagen, bevorzugt volle Sonne und kann auch Fröste sowie vorübergehende Schneebedeckung überstehen.

Die Pflanze besitzt nur kurzlebige Blätter, dafür aber auffällige dunkelgrüne Sprossachsen und zahlreiche Dornen. Ihre weißen, zarten Blüten erscheinen im Frühling und Frühsommer.

Didaktische Tafeln und Gartenbilder

Zusätzlich zu den Artenporträts zeigt die Seite mehrere großformatige Infotafeln über Vegetationsräume Chiles sowie ergänzende Gartenmotive.

Nördliche Vegetationszone Chiles

Ökosystem Wald

Weitere Eindrücke

Quellenhinweis

Die ursprüngliche Archivseite enthielt eine lange Liste externer Webquellen und Bildquellen. In dieser modernisierten Fassung bleibt der Quellennachweis als editorischer Hinweis erhalten, ohne die Seite mit veralteten Roh-URLs zu überladen.

Inhaltliche Grundlage

Diese Seite basiert auf der von dir bereitgestellten Archivfassung der Originalseite von Michael Palomino. Archivskripte, Werbeblöcke, Wayback-Overlays und veraltete Sharing-Elemente wurden entfernt.

  • Originaltitel: Der Botanische Garten von Santiago de Chile – Mapulemu Teil 4
  • Sprache: Deutsch
  • Fotoreportage: 2011, Fotos vom Februar 2010
  • Archivfundament: bereitgestellter HTML-Quelltext

Was modernisiert wurde

  • komplette Entfernung von Wayback- und Werbecode
  • responsive Struktur statt starrer Tabellen
  • dunkelblaues Layout mit klarer Hierarchie
  • kompakte botanische Abschnitte mit Bildgalerien
  • saubere Seitennavigation zu Kontakt, Hauptseite, Vor- und Folgeseite

Die zahlreichen Einzelquellen der Archivseite können bei Bedarf zusätzlich in eine separate Quellen-Unterseite ausgelagert werden.