Fotoreportage · Santiago de Chile · Februar 2010

Der Botanische Garten „Mapulemu“

Teil 1: Nord-, Mittel- und Süd-Chile — Anfahrt, Karte, Hinweistafeln und ausgewählte Bäume und Sträucher der chilenischen Flora.

Botanischer Garten Mapulemu, die grosse Hinweistafel
Botanischer Garten „Mapulemu“, die grosse Hinweistafel

Diese Seite dokumentiert den Besuch im Botanischen Garten „Mapulemu“ im Metropolitano-Park von Santiago de Chile. Der ursprüngliche Bericht beschreibt die Fahrt mit der U-Bahn, den Spaziergang am Mapocho-Ufer, die Taxifahrt zur Anlage und anschließend die Tafeln und Pflanzen des Gartens.

„Mapulemu“ kommt aus dem Mapudungun: mapu bedeutet Erde, lemu Wald — sinngemäß also „Wald der Erde“.

Fotoreportage von Michael Palomino · 2011 · Fotos vom Februar 2010

Anfahrt: U-Bahn, Mapocho-Ufer und Valdivia-Allee

Handhalter in der U-Bahn von Santiago
Handhalter in der U-Bahn von Santiago
U-Bahnstation Baquedano mit Wandrelief
U-Bahnstation „Baquedano“ mit Wandrelief
Eingang zur U-Bahnstation Valdivia
Eingang zur U-Bahnstation „Valdivia“

Der Weg zum Botanischen Garten führte zunächst mit der U-Bahn und dann durch einen ruhigen Park am Fluss Mapocho entlang. Unter dem Park verläuft der Autoverkehr; oben wirkt die Anlage still und grün.

Sicht auf den Mapocho-Fluss und die Brücke der Valdivia-Allee
Sicht auf den Mapocho-Fluss und die Brücke der Valdivia-Allee
Der kanalisierte Mapocho-Fluss in Santiago de Chile
Der kanalisierte Mapocho-Fluss, Blick nach Osten

Nach dem Skulpturenpark und der Valdivia-Allee wurde wegen der geschlossenen Seilbahn ein Taxi zum Haupteingang des Botanischen Gartens genommen. Die damalige Maut betrug 2000 chilenische Pesos.

Tafel der Mautstation am Eingang zum Metropolitano-Park
Tafel der Mautstation am Eingang zum Metropolitano-Park
Mautquittung über 2000 chilenische Pesos
Mautquittung über 2000 chilenische Pesos

Der Botanische Garten „Mapulemu“: Karte und Zweck

Karte des Botanischen Gartens Mapulemu in leuchtenden Farben
Karte des Botanischen Gartens „Mapulemu“

Der Garten wurde 1983 gegründet, um die chilenische Flora auszustellen und zu vermitteln. Auf 4,5 Hektar werden unterschiedliche Habitate Chiles präsentiert; mehr als 70 Arten der ursprünglichen Flora sind auf verschiedene Zonen verteilt.

Zonen laut Tafel: Zentralzone, nachhaltige Zone, Medizinalpflanzen, Nordzone, Waldökosystem, Wasserökosystem, Südzone, Säuberungszone und Informationszone.

Die Hinweistafeln betonen Umweltbildung, Erholung, Orientierung ohne Führer und Programme zur besseren Wahrnehmung für Menschen mit Behinderung.

Daten auf der grossen Hinweistafel unter der Karte
Daten auf der grossen Hinweistafel
Hinweistafel mit Zweckbeschreibung
Ziele und Zweckbeschreibung

Pflanzen im Botanischen Garten Mapulemu

Palma chilena — Honigpalme

Jubaea chilensisZentralchilegeschützt

Die chilenische Honigpalme wächst im zentralen Chile und kann bis zu 30 Meter hoch werden. Ihre kleinen Früchte enthalten Samen, die wie winzige Kokosnüsse wirken und als „coquitos“ bekannt sind.

Der zuckerhaltige Palmensaft wurde früher für Palmzucker, Palmhonig und Palmwein verwendet. Da dafür traditionell die Palme gefällt wurde, ist diese Nutzung heute verboten; die Art steht unter Schutz.

Huingán — Chilenischer Pfefferbaum

Schinus polygamus3.–10. Regionimmergrün

Der Huingán wächst als Strauch oder kleiner Baum. Er bevorzugt sonnige Standorte und sandige bis lehmige Böden. In Chile ist er weit verbreitet; als Ziergehölz wurde er auch andernorts kultiviert.

Die Pflanze gehört zu den Sumachgewächsen und ist mit den Pfefferbäumen verwandt. Je nach Quelle wird eine begrenzte Frostverträglichkeit beschrieben.

Belloto del norte — Nord-Belloto

Beilschmiedia miersii5.–6. Regiongefährdet

Der Nord-Belloto ist relativ selten und kommt vor allem in feuchten Bereichen Zentralchiles vor, etwa in Küstenwäldern, Tälern und Senken. Aus dem Strauch kann ein stattlicher Baum werden.

Die Art wird als gefährdet beschrieben und gehört zu den wichtigen Beispielen der chilenischen Hartlaub- und Feuchtwaldflora.

Maitén

Maytenus boaria3.–10. Regiontrockenheitsresistent

Der immergrüne Maitén wächst in Chile und Argentinien und kommt von Huasco bis Chiloé vor. Er ist anpassungsfähig, eignet sich als Schmuckbaum und wird auch bei Wiederaufforstungen verwendet.

Das Holz ist hart, die Blätter werden gern von Rindern gefressen, und die Blüten sind für Bienen attraktiv.

Barraco

Escallonia illinita4.–8. Regionfeuchte Schluchten

Der immergrüne Barraco-Strauch wächst zwischen Coquimbo und Concepción, besonders in steinigen und feuchten Schluchten. Er kann mehrere Meter hoch werden und bildet weiße Blütenstände.

Pitra

Myrceugenia exsucca4.–10. Regionfeuchte Standorte

Pitra, auch Petra oder Patagua genannt, bevorzugt immerfeuchte Gebiete. Der Strauch kann zu einem Baum heranwachsen und verträgt auch Kälte und zeitweiligen Schnee.

Quillay — Seifenrindenbaum

Quillaja saponaria4.–7. RegionSaponine

Quillay wächst in Zentralchile und kann zu einem 15 bis 20 Meter hohen Baum werden. Die Rinde enthält Saponine und wurde traditionell als Waschmittel und Shampoo verwendet.

Der Baum wird industriell genutzt, unter anderem wegen seiner schäumenden Inhaltsstoffe. Er eignet sich auch als Pionierpflanze für karge Böden.

Peumo

Cryptocarya alba4.–10. RegionHartlaubwald

Peumo ist ein immergrüner Baum feuchter Standorte im chilenischen Hartlaubwald. Bei guten Bedingungen kann er sehr hoch werden; bei ungünstigem Klima bleibt er strauchartig.

Die roten Früchte sind essbar, die Rinde enthält Tannine, und das harte Holz gilt als wasserresistent.

Corcolén — Azara

Azara dentataChileduftende Blüten

Corcolén gehört zur Gattung Azara. Die Sträucher können zu kleinen Bäumen heranwachsen; die kleinen gelblich-grünen Blüten duften stark, später entstehen rote bis schwarze Beeren.

Arrayán — Chilenische Myrte

Luma apiculata5.–11. RegionWasserstandorte

Die chilenische Myrte wächst in Chile und Argentinien, besonders an feuchten Orten: Sümpfen, Wasserläufen, Seen und Ufern. Charakteristisch ist die zimtfarbene Rinde, die sich papierartig ablöst.

Arrayán kann sehr alt werden und ist auch als Bonsai und Gartenpflanze bekannt.

Lingue / Litchi

Persea lingue5.–10. Regiongefährdet

Lingue wächst in Chile von Quillota bis Chiloé und auch in Argentinien. Die Art bildet feuchtere Wälder und wird durch Verlust des Lebensraums gefährdet.

Das Holz gilt als schwer, widerstandsfähig und elastisch und wurde für hochwertige Tischlerei, Türen, Fenster und Parkett geschätzt.

Canelo — Winterrinde

Drimys winteri4.–12. Regionheiliger Baum der Mapuche

Für die Mapuche ist der Canelo ein heiliger Baum. Er wird mit der Machi-Tradition verbunden und spielt in Ritualen eine symbolische Rolle.

Botanisch ist Canelo ein immergrüner Baum der südchilenischen und südargentinischen Regenwälder. Rinde und Blätter sind aromatisch; die Rinde enthält viel Vitamin C und wurde historisch gegen Skorbut genutzt.

Espino — Holzkohlenbaum

Acacia caven3.–8. RegionTrockenheit

Espino ist ein stacheliger Strauch oder kleiner Baum trockener, mediterraner Landschaften. Er übersteht lange Trockenperioden und treibt nach Schnitt, Brand oder Beschädigung wieder stark aus.

Das Holz wird als Brennholz und vor allem zur Holzkohleherstellung genutzt. Die gelben Blüten duften stark und sind für Honigbienen attraktiv.

Culén — Grippe- und Fieberbaum

Otholobium glandulosum4.–10. RegionVolksmedizin

Culén wächst als Strauch oder kleiner Baum in Chile, Peru und Bolivien. Die aromatischen Blätter werden in der traditionellen Kräutermedizin unter anderem bei Fieber, Verdauungsbeschwerden, Erkältung und Entzündungen erwähnt.

Der ursprüngliche Bericht verweist auf zahlreiche Inhaltsstoffe und volksmedizinische Anwendungen. Medizinische Nutzung sollte jedoch nicht ohne fachkundige Prüfung erfolgen.

Quellen und Fotoquellen aus der Originalseite

Die ursprüngliche Seite führte zahlreiche Web- und Fotoquellen auf, unter anderem Chileflora, Palms.cl, Hortipedia, Wikipedia, florachilena.cl, Flora Toskana und weitere botanische Nachschlagewerke. In dieser modernisierten Version bleiben die historischen Bildpfade und der ursprüngliche Quellencharakter erhalten.

Chilenische Honigpalme / Palma chilena: Chileflora, Palms.cl, Wikipedia

Huingán / Schinus polygamus: Chileflora, Hortipedia, Pflanzen-im-Web

Belloto del norte: Chileflora, Palms.cl

Maitén / Maytenus boaria: Wikipedia, Palms.cl

Barraco / Escallonia illinita: florachilena.cl, Hortipedia

Pitra / Myrceugenia exsucca: Chileflora, Wikipedia

Quillay / Quillaja saponaria: Chileflora, Wikipedia

Peumo / Cryptocarya alba: Chileflora, Wikipedia

Arrayán / Luma apiculata: Chileflora, Flora Toskana, Wikipedia

Lingue / Persea lingue: Chileflora, Palms.cl, Wikipedia

Canelo / Drimys winteri: Palms.cl, Wikipedia, Giftpflanzen

Espino / Acacia caven: Chileflora, Palms.cl, Wikipedia

Culén / Otholobium glandulosum: Chilebosque, Palms.cl, Chileflora, Rain-Tree