Das Ruka-Haus der Mapuche-Indigenas in Chile
Die alte Hausform der Mapuche ist heute auch eine Touristenattraktion — mit Geschichte, Bauweise, heutigen Varianten und Reisehinweisen.
Das Ruka-Haus
Auf einer kleinen Chile-Reise im Februar 2010, kurz vor dem Erdbeben vom 27. Februar 2010, konnte die Mapuche-Region um Temuco etwas kennengelernt werden.
Die Ruka ist die alte Hausform der Mapuche in Süd-Chile und Süd-Argentinien. Es handelt sich um ein grosses, ovales Rundhaus oder rechteckiges Haus aus einem Gerüst von Holzbalken, das mit Schilfgras ausgestattet und bedeckt wird. Das Dach ruht traditionell auf vier Säulen, die in weitem Umkreis um das Feuer stehen.
Die ursprüngliche Ruka hat den Eingang nach Osten. Sie besitzt nur zwei kleine Öffnungen unter dem Dach: eine gegen Osten und eine gegen Westen, damit beim Sonnenaufgang und Sonnenuntergang Licht hineinfällt. Das Dach muss etwa alle vier Jahre erneuert werden. Die Holzkonstruktion hält ungefähr vierzig Jahre.
Im Zentrum der Ruka befindet sich bis heute das Küchenfeuer mit Kochgeschirr am Haken. An den Wänden waren Tische und Schlafstätten eingerichtet. Der Rauch zieht durch die oberen Öffnungen ab.
Rukas heute
Die heutigen Rukas sind oft abgewandelt. Die Feuerstelle liegt nicht immer exakt in der Mitte, sondern kann zu einer Seite verschoben sein. Viele Rukas haben heute Holzwände und Fenster, weil Schilf seltener und teurer geworden ist.
Es gibt auch moderne Wohnhäuser aus Holz, die kubistisch nach Ruka-Prinzipien gebaut sind.
Eine original nachgebaute Ruka steht zum Beispiel im Freilichtmuseum von Chol Chol bei Temuco. Eine Restaurant-Ruka befindet sich an der Strecke zwischen Temuco und Chol Chol.
Rukas werden heute sogar in Europa für Urlaubszwecke nachgebaut, etwa in Wildniscamps. Dabei wird oft die Hausform kopiert, während die geistige Welt der Mapuche kaum vermittelt wird.
Adressen mit Rukas zum Übernachten
Einige Orte am Budi-See bieten Übernachtungen in Hütten oder Rukas an. Sprachlich sollte man mit Spanisch rechnen; Deutsch oder Englisch ist vor Ort meist nicht selbstverständlich.
Kontakt: Nadia Painefil
Telefon: 0056-9-86475058
Gemeinde Llaguepulli, Km. 12 zwischen Puerto Domínguez–Hualpín, Gemeinde Teodoro Schmidt
E-Mail: adlewfu@lagobudi.cl
Kontakte: Rosalía Saavedra und Vicente Nahuel A.
Telefon: 0056-9-91708569 / 0056-9-84873278
Km. 15 zwischen Puerto Saavedra–Romopulli–Isla Llepu
E-Mail: vnahuel@lagobudi.cl
Kontakt: Selma Canuñir Castro
Telefon: 0056-9-86109076
Gemeinde Llaguepulli, Km. 12 zwischen Puerto Domínguez–Hualpín, Gemeinde Teodoro Schmidt
E-Mail: contacto@lagobudi.cl
Kontakt: Marcelino Calfuqueo Paillal
Telefon: 56-9-99892847
Km. 11 zwischen Puerto Domínguez–Hualpín–Teodoro Schmidt
E-Mail: lilic@lagobudi.cl
Kontakt: Eliseo Huentén Llancanao
Telefon: 0056-9-99766827 / 0056-9-90526419
Km. 22 Camino Puerto Saavedra–Balsadero Huentén–Punta Ratón
E-Mail: heliseo@lagobudi.cl
Camping um den Budi-See
Kontakt: Patricio Painefil C.
Telefon: 56-9-84821216
Gemeinde Llaguepulli, Km. 13 zwischen Puerto Domínguez–Hualpín, Teodoro Schmidt
E-Mail: ragwe@lagobudi.cl
Kontakt: Guillermo Blanco G.
Telefon: 56-9-86357540
Km. 2 zwischen Puerto Domínguez–Carahue
E-Mail: gblanco@lagobudi.cl
Ethno-Rundreisen durch das Mapuche-Gebiet
Im Mapuche-Gebiet werden auch Ethno-Rundreisen angeboten, bei denen Reisende mit Lebensweise, Landschaft, Handwerk und geistiger Welt der Mapuche bekannt gemacht werden. Ein typisches Programm kann so aussehen:
1. Tag
Transfer vom Flughafen Temuco nach Cholchol, Unterbringung und Abendessen in einer Hütte.
2. Tag
Reiten in der Region Cholchol und Bootsfahrt auf dem Cholchol-Fluss. Danach landwirtschaftliche Arbeiten bei den Mapuche und Mittagessen in einer Mapuche-Ruka. Am Nachmittag Besuch einer Machi, einer spirituellen Heilerin, die mit der geistigen Welt der Mapuche verbunden ist. Besucher sollten ein kleines Geschenk mitbringen, auch ein kleiner Geldbetrag ist möglich.
3. Tag
Besuch von Villarrica, einem Zentrum des Mapuche-Kunsthandwerks, mit Stadtzentrum und Promenade. Weiterfahrt nach Pucón, Besichtigung des Villarrica-Sees, Blick auf Vulkan und See, Aufenthalt am Strand und Besuch des Klosters Santa Clara mit Panorama auf Pucón. Danach Besuch der Ojos del Caburga und des Lago Caburga mit Schwimmmöglichkeit. Rückkehr nach Cholchol.
4. Tag
Mapuche-Frühstück und Ausflug zu den Thermen von Manzanar am Fuss der Cordillera. Auf dem Weg werden Curacautín, der Prinzessinnen-Wasserfall und der Indio-Wasserfall besichtigt. Am Nachmittag Baden in den Thermen, danach Rückkehr nach Cholchol.
5. Tag
Ausflug nach Conguillío. Auf dem Weg liegen Vilcún mit Mapuche-Friedhof und Melipeuco. Im Gebiet von Conguillío werden der Salto Truful-Truful, das Valle de la Luna, die Laguna Verde, die Laguna Captren, die Playa Linda und der Lago Conguillío besucht. Die Reise führt durch araukanischen Wald.
Quellen und Bildhinweise
Angaben aus dem Freilichtmuseum in Cholchol, Beobachtungen vor Ort, Informationen aus der Bevölkerung, Reiseführer sowie frühere Hinweise zu Ruka-Unterkünften und Mapuche-Rundreisen.
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